Gemeinschaft Sonnenwald

Wir sind eine Gruppe von zurzeit etwa 60 Erwachsenen und 17 Kindern. Seit März 2019 leben und arbeiten wir gemeinsam in einer ehemaligen Diakonie-Einrichtung mit biozertifizierter Landwirtschaft in Schernbach, einem kleinen Dorf auf einer sonnigen Hochebene, das zur Gemeinde Seewald im Kreis Freudenstadt (Schwarzwald) gehört.

Was hat uns zu dieser Gemeinschaftsbildung angetrieben?

„Sei der Wandel, den Du in der Welt sehen willst!“. Dieser Grundsatz ist für uns in jeder Hinsicht leitend. Wir erforschen zum Beispiel, wie eine neue Kultur des Miteinanders aussehen kann, versorgen uns zum Großteil selbst durch unsere regenerative Landwirtschaft, gehen Schritte hin zur achtsamen Nutzung natürlicher Ressourcen und üben uns darin, Entscheidungen im Konsent - also soziokratisch -  zu treffen. Derzeit baut die Gemeinschaft einen Lernort auf. Außerdem entstand aus der Gemeinschaft heraus eine Elterninitiative zur Gründung des Naturkindergartens Seewälder Sonnenwirbel.

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Die häufigsten Fragen
auf einen Blick

Fragen zur Organisation

Wie organisiert ihr euch?

Unsere Gemeinschaft ist als eingetragene Genossenschaft organisiert – ein Modell, das uns rechtliche und wirtschaftliche Sicherheit gibt. Die meisten Mitglieder sind Genossenschaftsmitglieder oder möchten es bald werden. Jeder von uns hat eine Einlage von aktuell 30.000€ geleistet, was uns sowohl Wohnrecht als auch Stimmrecht in allen wichtigen Entscheidungen gewährt. Diese Einlage hilft uns, die Immobilien zu kaufen, zu erhalten und weiter auszubauen.

Die Genossenschaft stellt uns den Wohnraum zur Verfügung – die Verbesserung der Wohnqualität liegt jedoch in den Händen jedes Einzelnen. Jeder Bewohner trägt außerdem seinen Anteil zu den monatlichen Betriebskosten (inkl. gemeinschaftlicher Räume wie Werkstätten und dem Zentrum) sowie zur gemeinsamen Essensversorgung bei.

Wie trefft ihr gemeinsame Entscheidungen?

Einmal im Monat kommen wir an einem Wochenende für etwa 1,5 Tage zusammen, um gemeinsam Entscheidungen zu treffen. Das kann so grundlegende Themen wie die Ausrichtung unserer Betriebe oder die Finanzierung neuer Heizsysteme betreffen. Aber auch kleinere Entscheidungen, wie zum Beispiel die Gestaltung eines Carsharing-Systems oder unseres Corporate Designs, werden im Plenum besprochen. Persönliche Entscheidungen (wer wird Bewerber*in oder bekommt eine Stelle) treffen ausschließlich die Genossenschaftsmitglieder.

Arbeiten alle in der Gemeinschaft?

Fast alle Erwachsenen, die in der Gemeinschaft leben, haben eine Aufgabe – sei es in der Genossenschaft selbst, im Naturkindergarten oder in externen Berufen. Einige nutzen auch die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, zum Beispiel im Shared-Work-Space, den wir eigens dafür eingerichtet haben.

Wie viel muss ich mithelfen, wenn ich hier wohne?

Jedes Gemeinschaftsmitglied engagiert sich mit 4 bis 5 Stunden pro Woche, sei es in der Küche, bei der Pflege der Gemeinschaftsräume oder in unseren Betrieben. Eltern von Kleinkindern unter 3 Jahren können eine Reduktion erhalten.

Was wird von mir erwartet, wenn ich Teil der Gemeinschaft werde?

Eine wichtige Voraussetzung für das Miteinander ist die Teilnahme an unseren monatlichen Plenums- oder Prozesstagen, die 1,5 Tage dauern. Viermal im Jahr gibt es zudem ein Gemeinschaftsbildungs-Wochenende, bei dem wir uns als Kollektiv weiterentwickeln. Darüber hinaus gibt es viele freiwillige Treffen – von Kaffeekränzchen über Tanzen bis zu Lagerfeuern und Diskoabenden – die den Austausch und das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken.

Fragen zum Zusammenleben

Wie ist es, mit so vielen Menschen zusammen zu wohnen?

Das Leben in einer Gemeinschaft bietet viele Vorteile: Wir haben eine lebendige soziale Vernetzung, starke Freundschaften, gegenseitige Unterstützung und teilen viele Ressourcen – von Spielplätzen über Werkstätten bis hin zu einem gemeinsamen Kiosk. Aber es erfordert auch Kompromissbereitschaft und Kommunikationsfähigkeit: Rücksichtnahme, Konfliktlösung und Toleranz sind Schlüssel für das harmonische Zusammenleben.

Gibt es Konflikte und wie geht ihr damit um?

Natürlich entstehen Konflikte – das gehört zum Leben in einer Gemeinschaft. Wir sehen Konflikte jedoch nicht als Problem, sondern als Chance zur Weiterentwicklung. Häufig suchen sich die betroffenen Personen eine*n Mediator*in aus der Gemeinschaft, um den Konflikt in einem respektvollen Rahmen zu lösen. Manchmal braucht es auch mehr Zeit und Geduld, um zu einer Lösung zu kommen. Als Genossenschaftsmitglieder verpflichten wir uns, an vierteljährlichen Gemeinschaftsbildungs-Wochenenden teilzunehmen, um gemeinsam zu wachsen und unsere sozialen Fähigkeiten zu stärken.

Gibt es noch Wohnraum?

Momentan haben wir noch freie Zimmer in unseren Wohngemeinschaften und eine größere Wohnung ist in der Ausbauplanung. Da sich bei uns ständig etwas verändert, entstehen immer wieder neue Möglichkeiten zum Wohnen. 

Welche Wohnformen gibt es bei euch?

Die meisten Familien wohnen in eigenen Wohnungen, aber es gibt auch WGs in verschiedenen Größen und einige Einzelappartements für Singles oder Paare.

Wie ist die Altersstruktur in der Gemeinschaft?

Bei uns wohnen Menschen im Alter von 1 bis 77 Jahren – eine bunte Mischung aus Jung und Alt! Besonders viele Mitglieder finden sich unter den 30- bis 60-Jährigen, aber wir würden uns über mehr junge Erwachsene und Menschen aus der Mitte des Lebens freuen.

Wieviele seid ihr?

Aktuell leben ca. 55 Erwachsene und 17 Kinder dauerhaft in der Gemeinschaft. Wir sind ein lebendiger, wachsender Ort voller Vielfalt!

Habt ihr eine religiöse Ausrichtung?

Wir sind spirituell vielfältig – jeder von uns hat seinen eigenen Zugang zu Spiritualität. Einige orientieren sich an christlichen oder buddhistischen Lehren, andere an schamanischen Praktiken oder üben Yoga und Meditation. Was uns verbindet, ist die Wertschätzung für Frieden, Gewaltfreiheit und den respektvollen Umgang mit dem Leben. Hier ist Platz für alle, die einen achtsamen Lebensweg gehen möchten.

Wie ist die Einkaufssituation bei euch?

Viele Grundbedürfnisse sind durch unseren monatlichen Beitrag gedeckt, der unter anderem die Solidarische Landwirtschaft und den Einkauf im Bio-Großhandel umfasst. Unser Kiosk bietet Snacks und Getränke, und für Kleidung gibt es eine kleine Geschenkboutique. In der Umgebung gibt es viele weitere Einkaufsmöglichkeiten: Eine Bäckerei ist ca. 4 km entfernt, und in der nächstgelegenen Stadt Seewald gibt es alles, was man für den Alltag braucht.

Wie finanziert ihr euch?

Unsere Finanzen werden durch die monatlichen Beiträge der Mitglieder gedeckt, die für Wohnraum, Nebenkosten und die Unterstützung unserer Projekte (z.B. die Landwirtschaft) verwendet werden. Die Höhe des Beitrags wird jährlich im Wirtschaftsplan festgelegt und richtet sich nach den individuellen Einkommensverhältnissen – so schaffen wir eine solidarische Finanzierung, die auch Menschen mit kleinerem Budget unterstützt.